Kino 2: Filmgespräch 10. Oktober
P R E S S E M I T T E I L U N G
Der Regisseur Martin Gressmann kommt mit seinem Film
"WEIßER RAUCH ÜBER SCHWARZE PUMPE"
am 10. 10. um 19.30 Uhr ins Kino in die Alte Kachelofenfabrik
Als der Kameramann Peter Badel im Frühjahr 1991 im Energiedreieck der DDR in den Orten Spremberg, Hoyerswerder und Schwarze Pumpe drehte, traf er auf die Verzweiflung von kurz vor der Entlassung stehenden Arbeiterinnen und Arbeitern. Er interviewte sie auf den Straßen, vor dem Arbeitsamt oder in Wohnküchen. In Gesprächen halten sie einen historischen Schwebezustand zwischen Trotz und Ernüchterung fest.
In der DDR war das Kombinat Schwarze Pumpe in Südost-Brandenburg der größte Gasproduzent und beschäftigte bis zu 16.000 Menschen. Nach der Wende wurde der Betrieb jedoch abgewickelt. Und heute hat sich das Erscheinungsbild der Kohlekraftwerke geändert.
Mehr als drei Jahrzehnte später kehrt der Film an diese Orte zurück. Während sich im einstigen DDR-Energiedreieck Geschichte und Gegenwart zu einem vielschichtigen Panorama aus Industrie, Landschaft und Erinnerung überlagern, entsteht ein vielstimmiges Porträt der Lausitz. Es sind nur noch zwei Kühltürme zu sehen, und das eigentliche Braunkohlewerk ist verkleidet. Die von weitem sichtbare Dampfschleppe der Türme, die ewigen Braunkohlezüge und ein sich in die Landschaft fressender Tagebau ist geblieben. Die Bergleute, jetzt kurz vor oder schon in Rente, äußern sich zu wechselhaft verlaufenden Arbeitsjahren.
Der Dokumentarfilm von Martin Gressmann verbindet Archivaufnahmen aus den frühen 1990er-Jahren mit heutigen Beobachtungen und Interviews und zeigt, wie tief die Umbrüche in Biografien und regionalen Strukturen nachwirken.
Der Film wurde schon auf verschiedenen Festivals aufgeführt. Im Fabrik.Kino 2 wird er als Teil einer kleinen Reihe "Zum Tag der deutschen Einheit" gezeigt.
Martin Gressmann ist am 10. 10. um 19.30 Uhr zum Gespräch im Kino.
Und sicher wird auch die Frage eine Rolle spielen, inwieweit diese, mit der Abwicklung verbundene, Zerstörung von sehr vielen Biografien eine Ursache für das Erstarken der AfD ist.