Kino 1: Film & Lesung & Gespräch 4.9.25
P R E S S E M I T T E I L U N G
Von Selma nach Montgomery
Film & Gespräch: "Martin Luther Kings Kampf für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit" am 4. September ab 18 Uhr im Kino in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz
In diesem Jahr jährt sich zum 60. Mal der Marsch von Selma nach Montgomery: Prof. Dr. Michael Haspel (Erfurt) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und mit der Theologie und dem politischen Wirken von Martin Luther King Jr. Vor einem Jahr erschien sein Buch über Martin Luther Kings Spiritualität als Grundlage seines Kampfes gegen Rassismus und Ungerechtigkeit unter dem Titel „Wer nicht liebt, steht vor dem Nichts!“, einem Zitat des Bürgerrechtlers.
Michael Haspel wird am Donnerstag, 4. September 2025, ab 18 Uhr im Kulturzentrum „Alte Kachelofenfabrik“ in Neustrelitz aus seinem Buch lesen und zusammen mit Klaus-Dieter Kaiser (früherer Direktor der Evangelischen Akademie der Nordkirche) eine Einführung in den Film „Selma“ aus dem Jahre 2014 der US-amerikanischen Regisseurin Ava DuVernay geben. Nach der Filmvorführung besteht die Gelegenheit zum gemeinsamen Gespräch.
Zum Hintergrund: Obwohl 1964 die Bürgerrechtsbewegung in den USA mit dem Civil Rights Act einen ersten großen politischen Erfolg erzielte, blieb die Ausgrenzung und Benachteiligung Schwarzer Amerikanerinnen und Amerikaner in den Südstaaten in der Praxis – insbesondere im Wahlrecht – bestehen. Besonders schlimm war die Situation im Dallas County mit der Kreisstadt Selma. Während der Wahlrechtskampagne 1965 kam es dort zu gewalttätigen rassistischen Übergriffen. Martin Luther King Jr. und andere organisierten Protestmärsche von Selma nach Montgomery.
Beim dritten Anlauf konnten Tausende Menschen unter dem Schutz der Armee den Marsch antreten. Der Einzug in Montgomery und die abschließende Kundgebung wurden zum Triumph. Noch im Sommer desselben Jahres wurde von Präsident Johnson ein neues Wahlrechtsgesetz unterzeichnet, das nun der Bundesregierung Vollmachten gab, das Wahlrecht für Schwarze im Süden durchzusetzen. Das war der größte politische Erfolg der Bürgerrechts-bewegung. Danach wandte sich King verstärkt der wirtschaftlichen und sozialen Benachteiligung der Afro-Amerikanerinnen und Afro-Amerikaner in den Städten des Nordens zu.
Seit einigen Jahren werden in den USA nun die Regelungen des Wahlrechtsgesetzes wieder umgangen. Die gegenwärtige Politik in Amerika kann besser verstanden werden vor dem Hintergrund der Ereignisse seit den 1960er Jahren. Die Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Rassismus, der massiven Unterdrückung und Ausgrenzung machen zudem sensibel für gesellschaftliche Entwicklungen bei uns in Deutschland.
Der Film "Selma" ist ein packendes Historiendrama, das die Bürgerrechtler als ausdifferenzierte Gruppe würdigt. Horst Conradt, Kinoleiter am Sandberg, verspricht "einen spannenden und bewegenden Abend".
Wir bitten um Reservierungen unter der Telefonnummer: 03981 - 20 31 45.