Film & Gespräch 23.11.25
Film & Gespräch zur Finissage der Ausstellung "Poesie des Alltags" mit Fotografien von Thomas Plenert.
Die Regisseurin Helke Misselwitz und die Schnittmeisterin Gudrun Plenert sind zum Gespräch
am Sonntag, 23. 11. um 15 Uhr im Fabrik.Kino 1
Thomas Plenert - vor zwei Jahren in Waren verstorben - war einer der bedeutendsten Dokumentarfilmkameramänner der DDR und der Nachwendezeit.
Die Ausstellung mit seinen Fotografien in der Fabrik.Galerie für gegenwärtige Kunst in der Alten Kachelofenfabrik endet am Sonntag, 23. November, mit einer Finissage, zu der wir an diesem Sonntag um 15 Uhr den Film "Herzsprung" von Helke Misselwitz aus dem Jahr 1992 präsentieren. Thomoas Plenert hat für den Film die Kamera gemacht und Grudrun Plenert den Schnitt.
Nach dem Film wird es ein Filmgepräch geben und anschließend ist auch nochmal ein Gang durch die Ausstellung geplant.
In der Kurzinhaltsangabe der DEFA-Stiftung steht: "Ein kleiner Ort namens Herzsprung im Nordosten Deutschlands, in der Prignitz, nach der Wiedervereinigung. Alles ist in Auflösung. Die russischen Soldaten ziehen ab, die Betriebe schließen, die Leute verlieren ihre Arbeit. So auch die junge Johanna, die in einer Betriebsküche gearbeitet hat. Sie begegnet einem fremden, dunkelhäutigen Mann. Ihr eigener Mann Jan ist durch die Arbeitslosigkeit aus der Bahn geworfen worden, läuft Amok und kommt ums Leben. Ihr Vater verbindet sich mit ihrer älteren Kollegin Elsa, die nicht allein sein möchte. Ihre Freundin Lisa erfüllt sich ihren lang gehegten Traum. Sie übergibt Johanna ihren Frisiersalon und macht sich auf den Weg in den Süden. Johanna verliebt sich in den Fremden, der in einem Imbißwagen an der Autobahn arbeitet. Ein junger Arbeitsloser, Soljanka, der sich mit seinen Freunden zu einer Bande zusammengeschlossen hat, ist empört darüber. Schon lange begehrt er Johanna und zündet nun den Wagen des Fremden an, will ihn erstechen und tötet dabei das Mädchen Johanna, das sich schützend vor den Geliebten stellt."
Das Fabrik.Team hat den Film auch in die Filmreihe "35 Jahre nach dem Beitritt" aufgenommen, weil der Film eindrucksvoll - verstärkt durch die hervorragende Kameraarbeit von Thomas Plenert - ein realistisches Bild einer von Arbeitslosigkeit, Ausländerhaß und Perspektivlosigkeit geprägten Region zeigt.
In diesem Spielfilm spielen Claudia Geisler, Günter Lamprecht und Eva-Maria Hagen die Hauptrollen sehr eindrucksvoll. Der Film ist mit großem Einfühlungsvermögen inszeniert und wird an diesem Nachmittag nochmal die Situation der Ostdeutschen kurz nach der Wende sinnlich erfahrbar machen. "Wir freuen uns auf das Gespräch mit den sehr erfahrenen Filmemacherinnen und wünschen der Vorführung ein große Publikumsinteresse", so Horst Conradt, Kinoleiter am Sandberg.