Fabrik.Kino Filmgespräch am 10. 4.
P R E S S E M I T T E I L U N G
Die Berliner Filmemacher Jakobine Motz und Claus Löser zum Filmgespräch im Fabrik.Kino 2 am 10. 4. um 20 Uhr
Im Fabrik.Kino 2 in der Alten Kachelofenfabrik wird am 10. 4. um 20 Uhr der Film "Behauptung des Raums - Wege unabhängiger Ausstellungskultur in der DDR" gezeigt. Die Filmemacher des Films, die Kamerafrau und Filmeditorin Jakobine Motz und Claus Löser, Autor und Filmhistoriker, werden zum Filmgespräch anwesend sein.
Es geht um einen hochinteressanten Dokumentarfilm über die Geschichte der Leipziger Galerie EIGEN + ART, die in den 1980er Jahren in der DDR ein Refugium geistiger Autonomie schuf: Junge Kreative bekamen hier Raum für künstlerischen Austausch und konnten sich der staatlichen Kontrolle weitgehend entziehen.
In historischen Super-8-Film-Ausschnitten, Fotos und Videos aus den 1980er Jahren sowie durch aktuelle Zeitzeugeninterviews porträtiert und dokumentiert der Film einen wichtigen Teil der unabhängigen Kunstszene in der späten DDR.
Die Leipziger Galerie "EIGEN+ART" stellte zwischen 1985 und 1989 einen einzigartigen Freiraum für unangepasste DDR-Kunst dar. Einem kunstinteressierten Publikum wurde hier mit List und Stehvermögen die Sensation einer staatsunabhängigen Öffentlichkeit geboten.
Verschiedene, bis in die 70er Jahre zurückführende Einzelinitiativen hatten jedoch schon lange vorher die Ersosion der staatlichen Kontrolle vorangetrieben. Der "1. Leipziger Herbstsalon" (1984) und vor allem die erste Privatgalerie "EP" von Jürgen Schweinebraden in Ost-Berlin (1974 - 1980) entfalteten in relativ kurzer Zeit ein enormes Maß an Vorbildwirkung und Nachhaltigeit.
Der Film erzählt Geschichten dieser freien DDR-Kultur. Bislang unerschlossene Videoaufzeichnungen und eindrucksvolle filmische Dokumente dieser Szene verbinden sich mit einer aktuellen, dokumentarischen Ebene, auf der beteiligte Künstler und Persönlichkeiten zu Wort kommen. Es ist ein Film über die widerständige DDR-Kulturszene, der nach den Wurzeln der selbst bestimmten Tat forscht und ein Konglomerat aus Wut, Mut und Lust zutage fördert.
"Ohne die tragischen Dimensionen seines Gegenstands zu vernachlässigen, konzentriert sich der Film auf das Spielerisch-Experimentelle der damaligen Vorgänge. Beteiligte reflektieren über ihre Hoffnungen und Enttäuschungen.
Ein gedanklich präziser und dabei bestechend lakonischer Rückblick auf die DDR-Kunstszene jenseits offizieller Präsentationen", schrieb Ralf Schenk im Filmdienst.
Gerd Harry Lybke in seiner Galerie EIGEN+ART:
Kunstaktion der Gruppe CLARA MOSCH: