Fabrik.Kino 1: 28.1.26 "Das Ungesagte"

Zum Holocaust-Gedenktag zeigt das Fabrik.Kino 1 den Film "Das Ungesagte" von Patricia Hector undLothar Herzog am 28. 1. um 19.30 Uhr

Am 27. Januar ruft die Stadt Neustrelitz auf zu einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in der Marienstraße. "Es gilt, ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und gegen das Vergessen zu setzen", heißt es in der Erklärung.

In diesem Zusammenhang bringt das Kino in der Alten Kachelofenfabrik in der Reihe "Die Erinnerung darf nie enden" am 28. 1. um 19.30 Uhr den 2 1/2-stündigen Film "Das Ungesagte" von Patricia Hector und Lothar Herzog.

Der Dokumentarfilm gibt Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt von Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus Teil der damaligen Mehrheitsgesellschaft waren.  In persönlichen Gesprächen reflektieren sie ihre damalige Haltung zum NS-Regime sowie ihre heutige Sicht auf eigene Beteiligung und Mitverantwortung. Ergänzt werden diese Perspektiven durch Aussagen jüdischer Überlebender, die Leerstellen im kollektiven Erinnern sichtbar machen. Der Film verfolgt einen psychologischen Ansatz und dokumentiert individuelle Erfahrungen, geprägt von moralischem Zwiespalt, Schuldgefühlen und Traumata.

Seit vielen Jahrzehnten wird sehr viel über die zwölf Jahre des Nationalsozialismus geredet, sind unzählige Bücher zum Thema veröffentlicht worden, die ganze Bibliotheken füllen. Doch das Gefühl, dass nie alles über das Dritte Reich gesagt wurde, bleibt bestehen.

Im Dokumentarfilm 'Das Ungesagte' geht es genau darum: Um ganz normale Deutsche und das, was sie im Dritten Reich erlebten. Es kommen aber auch jüdische Überlebende zu Wort und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft.

Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse. So verdeutlicht der Film die gravierende Differenz zwischen Geschichtswissen und dem, was offenbar weiterhin unsagbar bleibt. "Es ist vielleicht eines der letzten Zeitdokumente dieser Art", schreibt die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung.

Der Film gewann bei den letzten Hofer Filmtagen den Preis "Granit" für den besten Dokumentarfilm des Festivals.

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